Sex mit Hermann Hesse

Roman

Andresen, Felicitas

204 Seiten

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"All die reifen Damen hier, die als Museums-Betreuerinnen arbeiten, IHN täglich vor Augen haben auf dem meterhohen auf Metall übertragenen Foto im Museumsgarten: mit nacktem Oberkörper, schwellendem Bizeps und Sixpack, mit Hut und Chiantiflasche vor sich, die darüber hinaus gehalten sind, alle Bücher des Protagonisten, gelistet auf den gemalten Tastaturen des Computers, zu lesen, die also gleichsam permanent in seinen geistigen Sphären schweben, leben ... es ist noch nicht ausgemacht, dass es Orgasmen nur im genitalen Bereich gibt. Und dann: wenn da die Besucher stehen, um die 50 Hessetitel plus Kompilationen und Sekundärliteratur herum im Kassenbereich, WIE sie da stehen, andächtig und gierig, und sich die Tüten voll packen mit Büchern, was sag ich, mit Heilmitteln, mit Medikamenten, mit Drogen das ist so heiß, dass einem schier das Wechselgeld in den Fingern schmilzt, das ist zugleich sakral UND sexuell konnotiert!"

"Eigentlich" sollte die ältere Hausfrau (damals, vor der Mindestlohnzeit) ja nur auf das erste Wohnhaus von Mia und Hermann Hesse in Gaienhofen auf der Höri am Bodensee aufpassen. Für willkommene acht Euro die Stunde. "Allerdings über Hermann Hesse sollte man schon auch Bescheid wissen, gelt!" Zunehmend stellt die nunmehrige Hausbetreuerin also Fragen, an sich und andere: Wer war dieser H. H., der gesunden Sauerampferpudding aß, aber ständig brieflich seinen bevorstehenden Selbstmord ankündigte? Der die Öffentlichkeit hasste, aber sich doch gerne beim Nacktklettern fotografieren ließ? Der drei Frauen und drei Kinder hatte, aber doch Ekel vor der Wollust? Der die Cashcow seines Verlages war - und ist. Und wie gut schrieb er denn? fragt sich die Betreuerin auch und schreibt sich drum als Gasthörerin für Literaturwissenschaft an der Uni ein. Um seine Sachen erhofftermaßen wenigstens ansatzweise beurteilen zu können. Und überhaupt: Wie wirkt sich die geistige Anwesenheit dieses jungen alten Herrn auf den Alltag aus - auf den Alltag eines kleinen Museums am Schwäbischen Meer, und wie auf den Alltag der staunenden Betreuerin?

Felicitas Andresen wurde in Hemmenhofen am Bodensee geboren, wo sie auch lebt. Sie hat nacheinander als Schauspielerin, Sozialpädagogin und Soziologin gearbeitet. Und hat auch eine lange Praxis just als Hermann-Hesse- Museumsbetreuerin. Zuletzt erschien von ihr der Roman 'Fichte im Bett', für seine Sprachmächtigkeit und seinen Witz gehörig gelobt.

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Autor Andresen, Felicitas
Verlag Klöpfer & Meyer GmbH & Co. KG
ISBN 9783863514068
ISBN/EAN 9783863514068
Lieferzeit 5 Werktage(inkl . Versand)
Lieferbarkeitsdatum 13.07.2015
Einband Gebunden
Format 2 x 19.2 x 12.3
Seitenzahl 204 S.
Gewicht 281

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Verlag Klöpfer & Meyer GmbH & Co. KG
ISBN 9783863514068
Format 2 x 19.2 x 12.3
Gewicht 281

"All die reifen Damen hier, die als Museums-Betreuerinnen arbeiten, IHN täglich vor Augen haben auf dem meterhohen auf Metall übertragenen Foto im Museumsgarten: mit nacktem Oberkörper, schwellendem Bizeps und Sixpack, mit Hut und Chiantiflasche vor sich, die darüber hinaus gehalten sind, alle Bücher des Protagonisten, gelistet auf den gemalten Tastaturen des Computers, zu lesen, die also gleichsam permanent in seinen geistigen Sphären schweben, leben ... es ist noch nicht ausgemacht, dass es Orgasmen nur im genitalen Bereich gibt. Und dann: wenn da die Besucher stehen, um die 50 Hessetitel plus Kompilationen und Sekundärliteratur herum im Kassenbereich, WIE sie da stehen, andächtig und gierig, und sich die Tüten voll packen mit Büchern, was sag ich, mit Heilmitteln, mit Medikamenten, mit Drogen das ist so heiß, dass einem schier das Wechselgeld in den Fingern schmilzt, das ist zugleich sakral UND sexuell konnotiert!"

"Eigentlich" sollte die ältere Hausfrau (damals, vor der Mindestlohnzeit) ja nur auf das erste Wohnhaus von Mia und Hermann Hesse in Gaienhofen auf der Höri am Bodensee aufpassen. Für willkommene acht Euro die Stunde. "Allerdings über Hermann Hesse sollte man schon auch Bescheid wissen, gelt!" Zunehmend stellt die nunmehrige Hausbetreuerin also Fragen, an sich und andere: Wer war dieser H. H., der gesunden Sauerampferpudding aß, aber ständig brieflich seinen bevorstehenden Selbstmord ankündigte? Der die Öffentlichkeit hasste, aber sich doch gerne beim Nacktklettern fotografieren ließ? Der drei Frauen und drei Kinder hatte, aber doch Ekel vor der Wollust? Der die Cashcow seines Verlages war - und ist. Und wie gut schrieb er denn? fragt sich die Betreuerin auch und schreibt sich drum als Gasthörerin für Literaturwissenschaft an der Uni ein. Um seine Sachen erhofftermaßen wenigstens ansatzweise beurteilen zu können. Und überhaupt: Wie wirkt sich die geistige Anwesenheit dieses jungen alten Herrn auf den Alltag aus - auf den Alltag eines kleinen Museums am Schwäbischen Meer, und wie auf den Alltag der staunenden Betreuerin?

Felicitas Andresen wurde in Hemmenhofen am Bodensee geboren, wo sie auch lebt. Sie hat nacheinander als Schauspielerin, Sozialpädagogin und Soziologin gearbeitet. Und hat auch eine lange Praxis just als Hermann-Hesse- Museumsbetreuerin. Zuletzt erschien von ihr der Roman 'Fichte im Bett', für seine Sprachmächtigkeit und seinen Witz gehörig gelobt.

 

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