Reinhard Deichgräber

Lehrer, Buder, Weggefährte

Georg Gremels

256 Seiten, mit zahlreichen Fotos

10,00 €
Inkl. 7% Steuern

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1. Familie; Kindheit und Jugend Reinhard Deichgräber erblickte am 18.9.1936 in Marburg an der Lahn das Licht der Welt. Sein Vater, Karl Deichgräber, wird Professor für alte Sprachen, Griechisch und Latein, in Göttingen. Foto 3: Karl Deichgräber 1965 (AEberius) Seine Mutter Ilse-Renate, geb. Lammers, hat einige Semester Latein studiert und wird dann Hausfrau und Mutter ihrer vier Kinder: Gisela, Reinhard, Almuth und Hildegard. Foto 4: Ilse Renate Deichgräber, geb. Lammers, 1966 (HDanner) Drei Schwestern und zwei Gefährten aus der Jugendzeit erinnern sich. Erinnerungen an unsere gemeinsame Kindheit Gisela Deichgräber, Jahrgang 1935, Marburg/Lahn. Ab 1938 Göttingen, Albani-Grundschule von 1941-1946, Oberschule für Mädchen von 1946 bis 1955, zunächst Studium in Göttingen und Tübingen, 1957-1959 Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin in Göttingen. 1959-1964 Arbeit als MTA an der Medizinischen Universitätsklinik in Marburg, 1965-1966 Arbeit am pflanzenphysiologischen Institut in Göttingen, ab 1966 am Lehrstuhl für Zellenlehre in Heidelberg. Seit 1988 dort im Ruhestand. Mit einem Altersvorsprung von nur etwas mehr als 14 Monaten bin ich einerseits Reinhard Deichgräbers "große" Schwester, andererseits ergaben sich aber schon früh die Voraussetzungen für gemeinsame Spiele und Erlebnisse. Und bis heute besteht durch diese frühen Jahre mit ihren gemeinsam erlebten Freuden und Leiden eine Ebene der Verbundenheit, durch die ich der Mensch bin, der Reinhard in mancher Hinsicht am besten kennt. Nicht alles, aber einiges aus dieser Zeit möchte ich in meinem Beitrag erzählen. Foto 5: Gisela und Reinhard Deichgräber 1942/43 (GDeichgräber) "Wir machen noch!" Mit dieser Aussicht war es leichter, sich in das unabwendbare Schicksal zu fügen, dass wir schon um sechs Uhr den Tag beschließen mussten mit Aufräumen, zu Abend Essen, Waschen und Zähneputzen und ins Bett Gehen, obwohl wir noch gar nicht müde waren. Aber nach dem endgültigen "Schlaft gut!" gab es wirklich noch die verschiedensten Möglichkeiten, die Zeit zu gestalten, bis sich die Müdigkeit tatsächlich einstellte. Zum Beispiel konnte man sich etwas erzählen, Schulerlebnisse oder andere Tagesereignisse, aber auch ausgedachte Geschichten mit den dazugehörigen Dialogen. Das war vor allem für die Wintermonate geeignet. Im Sommer tat sich ein größeres Betätigungsfeld auf, denn draußen war es noch hell, und man konnte einfach die Verdunkelung - ein fensterbreites aufgerolltes Stück braunes Packpapier - ein wenig beiseiteschieben, um lesen zu können. Gerne malten wir auch Flugzeuge: Reinhard hatte nämlich ein kleines broschiertes Büchlein mit den Abbildungen der gängigen Flugzeugtypen, und außerdem hatten wir von unserem Vater Kohlepapier bekommen, das so weit abgenutzt war, dass es für den Schreibmaschinendurchschlag seiner wissenschaftlichen Arbeiten nicht mehr brauchbar war. Dies legten wir nun zusammen mit einem Blatt Papier, zum Beispiel der Rückseite einer abgelaufenen Lebensmittelkarte, die der Milchmann freundlicherweise für uns aufgehoben hatte, unter so ein Flugzeugbild und pausten die Konturen durch. Bei dem besonders beliebten Typ mit unkomplizierten Umrissen musste man aufpassen, dass das Original nicht ganz ausgestanzt wurde. Ich fühlte mich dabei durchaus geehrt, dass ich Reinhards Buch auch benutzen durfte. Ja, wir waren Kriegskinder und beobachteten arglos und interessiert die BDM- und HJ-Gruppen, die sich einmal in der Woche auf dem nahen Platz vor unserer Grundschule versammelten. Und eifrig haben wir die Lieder aufgeschnappt und gelegentlich auch mitgesungen, die diese großen Kinder sangen. Es war zu Hause überhaupt gern gesehen, wenn wir sangen, und selbstverständlich waren wir im Kinderchor unserer Gemeinde. Die Leiterin konnte gut mit Kindern umgehen, und wir gingen gerne mittwochs um zwei Uhr zum Kinderchor. Am schönsten war das alljährliche Kri

Als LEHRER ist er so engagiert und weiß so viel, dass er sich den Markennamen "Rabbi" verdient hat. Als BRUDER gehört er zum Gründungskreis der Gethsemanebruderschaft, der späteren Koinonia. Über seine Leitungsverantwortung darin und die vielfältigen Impulse wird er weit darüber hinaus für viele zu einem Bruder auf Augenhöhe. Seine Beziehungen reichen bis nach Südafrika. Als WEGBEGLEITER ist nicht nur das Lehren, sondern auch das Wandern seine Leidenschaft. Viele Gegenden hat er mit Weggefährten durchwandert. Darüber hinaus begleitet er viele menschlich, seelsorgerlich und spirituell auf ihren Lebenswegen. Schüler, Geschwister und Weggefährten haben sich zusammengetan, um diesen spirituellen Schriftsteller und Kinderfreund zum 80. Geburtstag zu würdigen. Ihre Erkenntnisse und Erinnerungen ergeben einen bunten Blumenstrauß.

Dr. Georg Gremels (Jahrgang 1948) lebt in Hermannsburg. Er war Pastor im ev.-luth. Missionswerk Hermannsburg und hat zahlreiche Bücher zu theologischen Themen und Personen veröffentlicht. Näheres unter: http://gremels.de

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Autor Georg Gremels
Verlag Francke-Buchhandlung GmbH
ISBN 9783868276053
ISBN/EAN 9783868276053
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Lieferbarkeitsdatum 03.11.2021
Einband Gebunden
Format 1.8 x 21 x 14.5
Seitenzahl 256 S., mit zahlreichen Fotos
Gewicht 424

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ISBN 9783868276053
Format 1.8 x 21 x 14.5
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1. Familie; Kindheit und Jugend Reinhard Deichgräber erblickte am 18.9.1936 in Marburg an der Lahn das Licht der Welt. Sein Vater, Karl Deichgräber, wird Professor für alte Sprachen, Griechisch und Latein, in Göttingen. Foto 3: Karl Deichgräber 1965 (AEberius) Seine Mutter Ilse-Renate, geb. Lammers, hat einige Semester Latein studiert und wird dann Hausfrau und Mutter ihrer vier Kinder: Gisela, Reinhard, Almuth und Hildegard. Foto 4: Ilse Renate Deichgräber, geb. Lammers, 1966 (HDanner) Drei Schwestern und zwei Gefährten aus der Jugendzeit erinnern sich. Erinnerungen an unsere gemeinsame Kindheit Gisela Deichgräber, Jahrgang 1935, Marburg/Lahn. Ab 1938 Göttingen, Albani-Grundschule von 1941-1946, Oberschule für Mädchen von 1946 bis 1955, zunächst Studium in Göttingen und Tübingen, 1957-1959 Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin in Göttingen. 1959-1964 Arbeit als MTA an der Medizinischen Universitätsklinik in Marburg, 1965-1966 Arbeit am pflanzenphysiologischen Institut in Göttingen, ab 1966 am Lehrstuhl für Zellenlehre in Heidelberg. Seit 1988 dort im Ruhestand. Mit einem Altersvorsprung von nur etwas mehr als 14 Monaten bin ich einerseits Reinhard Deichgräbers "große" Schwester, andererseits ergaben sich aber schon früh die Voraussetzungen für gemeinsame Spiele und Erlebnisse. Und bis heute besteht durch diese frühen Jahre mit ihren gemeinsam erlebten Freuden und Leiden eine Ebene der Verbundenheit, durch die ich der Mensch bin, der Reinhard in mancher Hinsicht am besten kennt. Nicht alles, aber einiges aus dieser Zeit möchte ich in meinem Beitrag erzählen. Foto 5: Gisela und Reinhard Deichgräber 1942/43 (GDeichgräber) "Wir machen noch!" Mit dieser Aussicht war es leichter, sich in das unabwendbare Schicksal zu fügen, dass wir schon um sechs Uhr den Tag beschließen mussten mit Aufräumen, zu Abend Essen, Waschen und Zähneputzen und ins Bett Gehen, obwohl wir noch gar nicht müde waren. Aber nach dem endgültigen "Schlaft gut!" gab es wirklich noch die verschiedensten Möglichkeiten, die Zeit zu gestalten, bis sich die Müdigkeit tatsächlich einstellte. Zum Beispiel konnte man sich etwas erzählen, Schulerlebnisse oder andere Tagesereignisse, aber auch ausgedachte Geschichten mit den dazugehörigen Dialogen. Das war vor allem für die Wintermonate geeignet. Im Sommer tat sich ein größeres Betätigungsfeld auf, denn draußen war es noch hell, und man konnte einfach die Verdunkelung - ein fensterbreites aufgerolltes Stück braunes Packpapier - ein wenig beiseiteschieben, um lesen zu können. Gerne malten wir auch Flugzeuge: Reinhard hatte nämlich ein kleines broschiertes Büchlein mit den Abbildungen der gängigen Flugzeugtypen, und außerdem hatten wir von unserem Vater Kohlepapier bekommen, das so weit abgenutzt war, dass es für den Schreibmaschinendurchschlag seiner wissenschaftlichen Arbeiten nicht mehr brauchbar war. Dies legten wir nun zusammen mit einem Blatt Papier, zum Beispiel der Rückseite einer abgelaufenen Lebensmittelkarte, die der Milchmann freundlicherweise für uns aufgehoben hatte, unter so ein Flugzeugbild und pausten die Konturen durch. Bei dem besonders beliebten Typ mit unkomplizierten Umrissen musste man aufpassen, dass das Original nicht ganz ausgestanzt wurde. Ich fühlte mich dabei durchaus geehrt, dass ich Reinhards Buch auch benutzen durfte. Ja, wir waren Kriegskinder und beobachteten arglos und interessiert die BDM- und HJ-Gruppen, die sich einmal in der Woche auf dem nahen Platz vor unserer Grundschule versammelten. Und eifrig haben wir die Lieder aufgeschnappt und gelegentlich auch mitgesungen, die diese großen Kinder sangen. Es war zu Hause überhaupt gern gesehen, wenn wir sangen, und selbstverständlich waren wir im Kinderchor unserer Gemeinde. Die Leiterin konnte gut mit Kindern umgehen, und wir gingen gerne mittwochs um zwei Uhr zum Kinderchor. Am schönsten war das alljährliche Kri

Als LEHRER ist er so engagiert und weiß so viel, dass er sich den Markennamen "Rabbi" verdient hat. Als BRUDER gehört er zum Gründungskreis der Gethsemanebruderschaft, der späteren Koinonia. Über seine Leitungsverantwortung darin und die vielfältigen Impulse wird er weit darüber hinaus für viele zu einem Bruder auf Augenhöhe. Seine Beziehungen reichen bis nach Südafrika. Als WEGBEGLEITER ist nicht nur das Lehren, sondern auch das Wandern seine Leidenschaft. Viele Gegenden hat er mit Weggefährten durchwandert. Darüber hinaus begleitet er viele menschlich, seelsorgerlich und spirituell auf ihren Lebenswegen. Schüler, Geschwister und Weggefährten haben sich zusammengetan, um diesen spirituellen Schriftsteller und Kinderfreund zum 80. Geburtstag zu würdigen. Ihre Erkenntnisse und Erinnerungen ergeben einen bunten Blumenstrauß.

Dr. Georg Gremels (Jahrgang 1948) lebt in Hermannsburg. Er war Pastor im ev.-luth. Missionswerk Hermannsburg und hat zahlreiche Bücher zu theologischen Themen und Personen veröffentlicht. Näheres unter: http://gremels.de

 

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