Der Peloponnesische Krieg

Thukydides

638 Seiten, 6 Karten

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Erscheint am: 18.05.2010

Die "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" sollte nicht nur die tatsächlichen Ereignisse schildern, sondern auch die anthropologischen Fundamente dieser Auseinandersetzung freilegen. Zur Klärung der Vorgeschichte und der Ursachen des Krieges blickt Thukydides weit in die altgriechische Geschichte zurück, um daran die chronologische Darstellung des Krieges bis zum Jahr 411 v. Chr. anzuschließen. Hier bricht das unvollendete Werk ab. Die sachliche Schilderung basiert auf Namen, Zahlen und ihrer chronologischen Anordnung. Thukydides zog auch archäologische Funde, Urkunden u.a. Quellen mit heran. Erstmals zeigte sich ein Geschichtsschreiber um Objektivität und Faktengenauigkeit bemüht, während unbelegbare Traditionen, Legenden und Mythen in seiner Erzählung vollständig fehlen. Mit seiner Unterscheidung zwischen augenscheinlichen Anlässen und tiefer liegenden Ursachen historischer Ereignisse liefert Thukydides überdies ein bis heute beachtetes methodisches Grundprinzip der systematisch-wissenschaftlichen Geschichtsschreibung.

"Die Tatsachen dagegen von dem, was im Lauf des Krieges vor sich ging, glaubte ich nicht nach Auskünften zufälliger Gewährsmänner, auch nicht nach eigenem Ermessen schildern zu dürfen, sondern indem ich alles, was ich teils selbst miterlebte, teils von anderen erfuhr, mit möglichster Genauigkeit im Einzelnen nachgeprüft habe. (...), aber wenn diejenigen, die das Vergangene genau erkennen wollen und das Zukünftige, wie es wohl gemäß der menschlichen Natur so oder ähnlich sich wiederholen wird, mein Werk nützlich finden, so wird das genügen. Als einen Besitz von dauerndem Wert, nicht für den Augenblickssieg in einem Vortragswettkampf habe ich es geschrieben." (1,22)Damit hat Thukydides das Credo seiner "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" bereits genauestens umrissen: zu schildern, was "tatsächlich geschah", und zugleich Ursachenforschung zu betreiben. Neben der Faktenchronik, die von der altgriechischen Antike bis zum Jahr 411 v. Chr. reicht, gelang ihm eine geschichtsphilosophische Reflexion, die in ihren wesentlichen Zügen noch in die heutige Zeit gespiegelt werden kann. Denn in der menschlichen Natur und den politischen Gesetzmäßigkeiten gründen die Mechanismen des Krieges - damals wie heute - und der Zweifel des Thukydides an der sittlichen Entwicklungsfähigkeit des Menschen ist noch immer nicht ausgeräumt.

Thukydides wurde um 460 v. Chr. in Athen geboren. Er war vertraut mit dem Werk Herodots, dessen Vorlesung er selbst beiwohnte. Später war er im attischen Militär als General tätig. 424 v. Chr. nahm er als Flottenkommandant am Peloponnesischen Krieg (431-404) teil. Da er den Fall der Stadt Amphipolis an den spartanischen Feind nicht verhindern konnte, wurde er für 20 Jahre aus Athen verbannt. Sein Exil verbrachte er in Thrakien, wo er den Verlauf des Krieges genau beobachtete und analysierte. Auf diese Weise schuf Thukydides sein umfangreiches Geschichtswerk. Nach Ende des Peloponnesischen Krieges (404 v. Chr.) kehrte er vermutlich nach Athen zurück, wo er um 400 v. Chr. verstarb.

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Autor Thukydides
Verlag S. Marix Verlag GmbH
ISBN 9783865392510
ISBN/EAN 9783865392510
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Erscheinungsdatum 18.05.2010
Lieferbarkeitsdatum 25.06.2024
Einband Gebunden
Format 3.7 x 23.3 x 16
Seitenzahl 638 S., 6 Karten
Gewicht 895

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ISBN 9783865392510
Erscheinungsdatum 18.05.2010
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Gewicht 895

Die "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" sollte nicht nur die tatsächlichen Ereignisse schildern, sondern auch die anthropologischen Fundamente dieser Auseinandersetzung freilegen. Zur Klärung der Vorgeschichte und der Ursachen des Krieges blickt Thukydides weit in die altgriechische Geschichte zurück, um daran die chronologische Darstellung des Krieges bis zum Jahr 411 v. Chr. anzuschließen. Hier bricht das unvollendete Werk ab. Die sachliche Schilderung basiert auf Namen, Zahlen und ihrer chronologischen Anordnung. Thukydides zog auch archäologische Funde, Urkunden u.a. Quellen mit heran. Erstmals zeigte sich ein Geschichtsschreiber um Objektivität und Faktengenauigkeit bemüht, während unbelegbare Traditionen, Legenden und Mythen in seiner Erzählung vollständig fehlen. Mit seiner Unterscheidung zwischen augenscheinlichen Anlässen und tiefer liegenden Ursachen historischer Ereignisse liefert Thukydides überdies ein bis heute beachtetes methodisches Grundprinzip der systematisch-wissenschaftlichen Geschichtsschreibung.

"Die Tatsachen dagegen von dem, was im Lauf des Krieges vor sich ging, glaubte ich nicht nach Auskünften zufälliger Gewährsmänner, auch nicht nach eigenem Ermessen schildern zu dürfen, sondern indem ich alles, was ich teils selbst miterlebte, teils von anderen erfuhr, mit möglichster Genauigkeit im Einzelnen nachgeprüft habe. (...), aber wenn diejenigen, die das Vergangene genau erkennen wollen und das Zukünftige, wie es wohl gemäß der menschlichen Natur so oder ähnlich sich wiederholen wird, mein Werk nützlich finden, so wird das genügen. Als einen Besitz von dauerndem Wert, nicht für den Augenblickssieg in einem Vortragswettkampf habe ich es geschrieben." (1,22)Damit hat Thukydides das Credo seiner "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" bereits genauestens umrissen: zu schildern, was "tatsächlich geschah", und zugleich Ursachenforschung zu betreiben. Neben der Faktenchronik, die von der altgriechischen Antike bis zum Jahr 411 v. Chr. reicht, gelang ihm eine geschichtsphilosophische Reflexion, die in ihren wesentlichen Zügen noch in die heutige Zeit gespiegelt werden kann. Denn in der menschlichen Natur und den politischen Gesetzmäßigkeiten gründen die Mechanismen des Krieges - damals wie heute - und der Zweifel des Thukydides an der sittlichen Entwicklungsfähigkeit des Menschen ist noch immer nicht ausgeräumt.

Thukydides wurde um 460 v. Chr. in Athen geboren. Er war vertraut mit dem Werk Herodots, dessen Vorlesung er selbst beiwohnte. Später war er im attischen Militär als General tätig. 424 v. Chr. nahm er als Flottenkommandant am Peloponnesischen Krieg (431-404) teil. Da er den Fall der Stadt Amphipolis an den spartanischen Feind nicht verhindern konnte, wurde er für 20 Jahre aus Athen verbannt. Sein Exil verbrachte er in Thrakien, wo er den Verlauf des Krieges genau beobachtete und analysierte. Auf diese Weise schuf Thukydides sein umfangreiches Geschichtswerk. Nach Ende des Peloponnesischen Krieges (404 v. Chr.) kehrte er vermutlich nach Athen zurück, wo er um 400 v. Chr. verstarb.

 

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